Psychoedukation – noch eine?

Bei den vielen Websites im Internet, die sich zu Psychoedukation äußern, kann man sich wirklich die Frage stellen: Warum noch eine Website zu Psychoedukation wichtig sein soll. Ob wichtig oder unwichtig muss dem Leser überlassen werden. Aus meiner Alltäglichen Arbeit erlebe ich es, dass trotz der Vielfalt an Informationsmöglichkeiten, immer noch Fragen offen stehen. Ich habe mich deshalb dazu entschlossen, die Psychoedukation in einem Weblog zu behandeln. Das Medium Weblog erlaubt mir, auf aktuelle Fragen in den Medien, von Patienten, Angehörigen, Kollegen usw., oder meine eigenen zu reagieren und evtl. direkt gestellte Fragen hier zu beantworten. Die Systematik zu Krankheiten, Medikamenten, Psychotherapie und Psychiatrie wird dabei durch die Zuordnung zu Kategorien hergestellt, so dass die Möglichkeit gegeben ist, gezielt zu suchen. Auf diese Weise ist die Lebendigkeit durch das Medium Weblog gegeben und die systematische Ordnung durch die Sortierung in Kategorien während des Weblog-Wachstums ermöglicht. Die Lebendigkeit und Ordnung wachsen sozusagen miteinander.

Das ist gar nicht so falscher Ansatz, scheint mir, denn in der psychiatrischen Arbeit mit dem Patienten vollzieht sich die Behandlungsentwicklung praktisch auf eine vergleichbare Weise.

Psychische Erkrankungen und Störungen sind immer mit viel Angst verbunden – vor allem entlang der Frage: „Was wird aus mir?“

Im Vergleich zu Erkrankungen aus dem sog. körperlichen Bereich sind psychische Erkrankungen mit Beeinträchtigung von wichtigen Funktionen wie Selbstwertgefühl, Selbstbewusstsein, Selbstsicherheit, Orientierung im privaten und öffentlichen Bereich, mit Arbeitsfähigkeit, mit Beziehungsfähigkeit, mit Kontaktproblemen und was auch immer verbunden. Auf jeden Fall erleben die meisten Patienten Störungen bei Bewältigung von Aufgaben und Alltäglichkeiten, die ihnen vor der Erkrankung keine Probleme bereitet haben. Und das macht Angst – Befürchtung, ich könnte meine Fähigkeiten für mich selbst zu sorgen verlieren und dazu noch alleine übrig bleiben, weil alle anderen um mich herum ihr Leben weiter leben und darin schneller sind, als ich es während der Erkrankung sein kann. Das damit auch existentielle Sorgen oder Ängste heraufbeschworen werden ist unmittelbar nachvollziehbar.

Es besteht aber nie ein Grund, die Flinte ins Korn werfen, sondern eher nach Wegen zu suchen, wie der Betroffener wieder zu seiner alten Form zurückfinden kann. Das ist das Ziel von psychiatrischer Therapie – und Ziel von diesem Weblog Psychoedukation.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.