Inhalation von Kohlendioxid verursacht Stress und panikartige Symptome

Die akute Inhalation von Kohlendioxid induziert bei gesunden Menschen panikähnliche Symptome, so ein Bericht in PLoS ONE von Oktober.“Unsere Studie ist eine weitere Veranschaulichung dessen, wie basale physische Funktionen des Organismus (in dem aktuellen Fall Atmung, CO2) direkt das affektive Gehirn beeinflussen können“, erklärte Dr. Eric J. Griez von der Universität Maastricht, Niederlande, gegenüber Reuters Health. „Nur zu oft neigen Ärzte dazu, Angst und Depression lediglich als entfernte psychosoziale Konsequenzen der körperlichen Erkrankung zu betrachten. Tatsächlich sollten jedoch Angst und Depression als echte Symptome betrachtet werden, nicht als entfernte Konsequenzen der Erkrankung (die alle sowieso allzu oft einfach nicht beachtet werden).“

Dr. Griez und seine Kollegen beurteilten die affektive Reaktion bei 64 gesunden Personen nach doppelter Inhalation von null Prozent, neun Prozent, 17,5 Prozent und 35 Prozent Kohlendioxid in komprimierter Luft.

Eine elektronische visuelle Analogskala, die Furcht/Unbehangen maß, stieg dosisabhängig mit der Kohlendioxidkonzentration, wie auch die Ergebnisse der Auswertung nach der Panic Symptom List.

In ähnlicher Weise habe es eine dosisabhängige Beziehung zwischen der Kohlendioxid-Inhalation und Derealisation-Depersonalisierung, der „Furcht, die Kontrolle zu verlieren“ – „verrückt zu werden“ – und der Angst, zu sterben, gegeben, berichten die Autoren.

Die nachteiligen affektiven Reaktionen auf Kohlendioxid fielen bei älteren Personen geringer aus, wie der Bericht zeigt. Es gab keine signifikanten Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Studienteilnehmern.

„Diese Studie liefert eine mögliche biologische Untermauerung der wiederholt beobachteten hohen Komorbidität zwischen Atemwegserkrankungen (z. B. Asthma, COPD) auf der einen Seite und affektiver Pathologie, Panikstörung im Besonderen“, sagte Dr. Griez.

„Ein Suffokationssensor, der evolutionär dazu programmiert, negative Affektivität zu erzeugen, könnte erklären helfen, warum Patienten mit Asthma und COPD ein höheres Risiko für Depression und Panik haben. Das bedeutet, dass Depression und Angst bei COPD und Asthma nicht bloß eine psychosoziale Konsequenz einer chronischen Erkrankung darstellen.“ (Quelle: PLoS ONE 2007;2:e987)

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