Und das ist gut so

Gut ist, dass der Beitrag über Zyprexa in den Medien gebracht wird, in diesem Fall auf ZDF in Frontal21. Zyprexa ist ein Medikament, dessen Wichtigkeit in der psychiatrischen Pharmakotherapie nicht unterschätzt werden darf. Eine alte Regel der Pharmakologen besagt: es gibt kein Medikament mit Wirkung ohne Nebenwirkung. Auch das oft als Hausmittel seit 100 Jahren benutzte Aspirin hat viele und ernsthafte Nebenwirkungen.

Das bedeutet aber nicht, dass die Nebenwirkungen von Zyprexa unterschätzt werden dürfen. Deshalb ist es gut, wenn sich die Medien auch dieses Medikamentes annehmen, denn die Einnahme eines bestimmten Medikamentes ist für die Patienten oft eine wichtige Weichenstellung. Dabei ist es immer von großer Bedeutung, Wirkungen und Nebenwirkungen gegeneinander abzuwägen. Die Entscheidung für oder gegen ein Medikament kann nicht ohne umfassende Aufklärung erfolgen.

In dem Beitrag von Frontal21 ist die Gewichtszunahme in Vordergrund gestellt worden. Bezüglich Gewichtszunahme muss bei der Aufklärung darauf hingewiesen werden, dass alle Psychopharmaka, alte und neue Präparate mehr oder weniger eine Gewichtszunahme begünstigen. In erster Linie liegt es wohl daran, dass durch die Beruhigung auch eine Beruhigung des Stoffwechsels erfolgt, so dass nicht so viel Kalorien gebraucht werden. Dann ist oft in Folge der psychischen Erkrankung selbstverordnete Isolation ein Nährboden dafür, mehr zu essen – meistens Süßes oder Fettes Knabberzeug.

Wir haben also auch bereits vor 30 Jahren in der Psychiatrie mit den klassischen Medikamenten Probleme mit dem Gewicht von Patienten gehabt. Gewichtszunahmen von 30 kg waren auch zu dieser Zeit keine Seltenheit und oft schwer zu beherrschen. Aber das ist ein anderer Kapitel, wenn wir uns über eben diese Medikamente unterhalten. Heute geht es aus aktuellem Anlass des Beitrages in Frontal21 um Zyprexa.

Vom Hersteller (Fa. Lilly) ist das Problem erkannt und es wird versucht, mit etlichen Ratgebern und Broschüren dem Patienten Hilfestellungen an die Hand zu geben.

Aus meiner Sicht ist aber eine Aufklärung vor der Entscheidung für dieses Medikament genauso wichtig. Nach der Entscheidung für Zyprexa ist eine genaue Patientenführung während der Behandlung von großer Bedeutung. Wenn sich der Arzt und der Patient die Fachinformation durchlesen, dann sagen viele: „da wird einem schlecht schon beim Durchlesen“. So geht es uns bei jedem Medikament, wenn wir uns den Beipackzettel durchlesen. Da aber ein gut gewähltes Medikament für den Patienten mehr Vorteile als Nachteile bringen soll, müssen diese „Schreckensnachrichten“ der Beipackzettel miteinander durchgegangen, Fragen und Antworten gefunden werden.

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